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Klimaschutz in der ländlich geprägten Einheitsgemeinde Helbedündorf

Klimaschutz und der Klimawandel sind derzeit in aller Munde und dessen Folgen auch für alle immer mehr spür- und sichtbar. Extremwetterereignisse mit Starkregen und Überschwemmungen, gefolgt von Hitzeperioden mit Trockenheit und Wassermangel, Veränderungen in unserer natürlichen Umgebung z.B. durch Baum-, Wald- und Insektensterben sowie Ertragsverlusten in der Agrar- und Landwirtschaft sind auch in unseren Regionen allgegenwärtig.

Deshalb ist und wird das Thema Klimaschutz immer wichtiger für den Erhalt der Lebensgrundlagen auf unserer Erde. Jeder Einzelne kann hier einen bzw. seinen eigenen Beitrag leisten.

In den 23 Jahren des Bestehens der Einheitsgemeinde Helbedündorf (9.637 ha) wurden viele Anstrengungen unternommen, die Gemeinde für alle Menschen lebenswert zu erhalten, zu gestalten und weiterzuentwickeln und dabei die vorhandenen Synergien durch das Zusammenwachsen der Ortsteile zu nutzen. Auch mit den Fragen des Klimaschutzes, insbesondere mit der Bereitstellung von „Erneuerbarer Energien“ wurde sich zunehmend auseinandergesetzt und mit der Errichtung mehrere Windparks auf dem Gemeindegelände bereits ein nachhaltiger Beitrag für den Klimaschutz und gegen den Klimawandel geleistet.

Welchen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels darüber hinaus aber zukünftig auch eine kleine, vergleichsweise stark zersiedelte aber flächenmäßig große, durch Land- und Forstwirtschaft geprägte Gemeinde wie Helbedündorf leisten kann, ist die Frage, der sich der Gemeinderat gezielt gestellt hat.

Am 21.06.2018 wurde in der Gemeinderatssitzung gemeinsam beschlossen, ein „Integriertes KlimaschutzKonzept der Gemeinde Helbedündorf“ als Grundlage für zukünftige Entscheidungsprozesse zu erarbeiten und entsprechende Anträge zur Förderung beim Bundesumweltministerium und der Thüringer Aufbaubank zu stellen. 

Die Bewilligung beider Anträge mit Fördermittelbescheid liegen jetzt der Gemeinde vor und die notwendigen Leistungen wurden entsprechend ausgeschrieben und an „in-novare Weimar“ vergeben.

Ziel des geplanten integrierten Klimaschutzkonzeptes ist es, ein zukunftweisendes Leitbild hin zu einer klimaneutralen Kommune mit ländlich geprägten Dorfcharakter gemeinsam mit den Bewohnern und Mitarbeitern der Gemeinde zu entwickeln. Wichtig für die Zielerreichung ist es, die bereits vorhandenen Akteure im Klimaschutz zusammenzuführen, den Stand der vorhandenen Gebäude- und Infrastrukturen und deren Auswirkungen (CO2– Bilanz) auf den Klimaschutz zusammenzutragen, zu analysieren und zu bewerten sowie kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zu mehr Klimaschutz nach derzeitigem Wissen aufzuzeigen und damit zu einer verbesserten nachhaltigen Treibhausgasbilanz auf dem Gemeindegebebiet beizutragen.

Dafür sind die Energieeffizienz und –einsparpotentiale in den Ortsteilen auch in der Infrastruktur zu erfassen und aufzuzeigen sowie u.a. die vorhandenen Nutzungspotentiale für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu ermitteln. Die daraus resultierenden Maßnahmen werden in einem Maßnahmenkatalog mit einer Umsetzungsplanung (kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen) zusammengefasst dargestellt. Dies kann und soll eine Grundlage für weitere Entscheidungsprozesse in der Gemeinde bilden sowie weitere Fördermöglichkeiten zur Umsetzung aufzeigen.

An Hand von vergleichenden Energie- und CO2– Bilanzen werden die erzielten bzw. erreichbaren Beiträge der Gemeinde zur Treibhausgaseinsparung verdeutlicht und damit mehr Klimaschutz im Gemeindegebiet erreicht.

In den gesamten Bearbeitungs- und Umsetzungsprozess sollen die Akteure und insbesondere die gesamte Bevölkerung gezielt mit einbezogen werden. Um auch jeden Bürger die Möglichkeit zu eröffnen, sich selbst einen Überblick zu möglichen Energieeinsparpotentialen an seinem eigenen Gebäude zu verschaffen, werden in direkter Zusammenarbeit mit der Thüringer Verbraucherzentrale kostenlose Energieberatungen sogenannte „Energie-Check“ angeboten. Zunächst werden anhand eines Vortrags Möglichkeiten und Chancen der Energieeffizienzsteigerung im Gebäudebereich sowie dessen Förderung aufgezeigt und anschließend finden individuelle Energieberatung statt. Die Energieberater der Thüringer Verbraucherzentrale kommen hierfür ins Haus und zeigen aufbauend auf dem Strom- und Wärmeverbrauch Ihres Gebäudes einfache und kostengünstige Möglichkeiten zur Energie- und Kosteneinsparung auf. Dies kann eine Grundlage für den weiteren Entscheidungsprozess zur schrittweisen Sanierung und Umbau Ihrer Gebäude liefern. Entsprechende Termine in den Ortsteilen werden dafür gemeinsam organisiert.

In einem ersten Schritt können Sie Ihr Interesse an einer solchen Energieberatung der Gemeindeverwaltung (E-Mail info@helbeduendorf.de oder Tel. 036029-82033) mitteilen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dann die jeweiligen Termine für die Ortsteile organisiert und bekanntgegeben.